Wie man Hunde erfolgreich zusammenführt

In dieser Episode des Podcasts Hundsf(a)elle widmen sich die Moderatoren Yvonne Nawrat und Mustafa Irmak einer zentralen Frage für viele Hundebesitzer: Wie führt man zwei oder mehrere Hunde, die sich noch nicht kennen, sicher und entspannt zusammen? Anlass ist die Frage einer Hörerin, die Besuch von Freunden mit Hund erwartet und diese Gelegenheit nutzen möchte, um das Zusammenleben mit einem zweiten Hund zu testen.

Die Episode beleuchtet die entscheidenden Schritte von der ersten Begegnung auf neutralem Boden über die kontrollierte Interaktion im Garten bis hin zum Zusammenleben im Haus. Yvonne und Mustafa erklären, warum eine strukturierte Vorgehensweise unerlässlich ist, um Konflikte zu vermeiden und eine positive Basis für die Beziehung der Hunde zu schaffen. Dieser Leitfaden ist besonders wertvoll für Ersthundebesitzer und alle, die eine harmonische Mehrhundehaltung anstreben oder einfach nur entspannt Besuch mit Hund empfangen möchten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beginne immer auf neutralem Boden: Die erste Begegnung sollte bei einem gemeinsamen Spaziergang stattfinden, nicht im eigenen Territorium eines Hundes.
  • Keine Begrüßung an der Leine: Lasse die Hunde parallel mit Abstand zueinander laufen, um Spannungen zu vermeiden. Direkter Kontakt an der Leine ist tabu.
  • Kontrollierter Freilauf im Garten: Der Garten ist der ideale Ort für den ersten freien Kontakt. Halte die Interaktionen kurz (maximal 10 Minuten) und lege bewusste Pausen ein.
  • Das Haus ist eine Ruhezone: Im Haus wird nicht gespielt. Weise beiden Hunden feste Plätze zu, um eine entspannte Atmosphäre zu schaffen.
  • Ressourcenmanagement ist entscheidend: Entferne vor dem Betreten des Hauses alle potenziellen Konfliktquellen wie Spielzeug, Kauartikel oder Futter.
  • Duldung ist wichtiger als Freundschaft: Nicht alle Hunde müssen beste Freunde werden. Es ist ein wichtiger Trainingserfolg, wenn sie lernen, die Anwesenheit des anderen friedlich zu tolerieren.
  • Achte auf Körpersprache: Lerne, subtile Anzeichen von Anspannung (steife Muskulatur, Fixieren) von entspanntem Verhalten zu unterscheiden, um rechtzeitig eingreifen zu können.

Der erste Kontakt: Warum neutraler Boden entscheidend ist

Yvonne betont gleich zu Beginn, dass eine Zusammenführung niemals unvorbereitet im eigenen Wohnzimmer oder Garten stattfinden sollte. Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Start liegt darin, die erste Begegnung auf neutralem Terrain zu organisieren. Sie empfiehlt einen gemeinsamen Spaziergang, bei dem beide Hunde angeleint bleiben. Dies hat mehrere Vorteile: Die Hunde können sich aus der Distanz wahrnehmen, ohne in eine direkte Konfrontation gezwungen zu werden. Gleichzeitig können sich die Menschen unterhalten und eine entspannte Grundstimmung schaffen.

Entscheidend ist laut Yvonne, dass die Hunde an der Leine keinen direkten Kontakt haben. Stattdessen sollen sie sich am Menschen orientieren und lernen, in Anwesenheit des anderen Hundes ruhig zu bleiben. Dieser anfängliche Abstand hilft, Druck aus der Situation zu nehmen und eine neutrale Basis zu schaffen. Mustafa ergänzt, dass auch später, wenn kontrollierter Kontakt erlaubt ist, die Interaktionen bewusst kurz gehalten werden sollten, um Überforderung und Stress zu vermeiden.

Vom Spaziergang in den Garten: Kontrollierter Freilauf mit Pausen

Nach einem erfolgreichen Spaziergang ist der nächste Schritt der gemeinsame Gang in den Garten. Yvonne erklärt, dass dies der erste Ort sein sollte, an dem die Hunde - unter Aufsicht - ohne Leine interagieren dürfen. Hierbei ist es wichtig, die Dynamik genau zu beobachten. Mustafa warnt davor, die Hunde einfach sich selbst zu überlassen, während die Menschen Kaffee trinken. Er rät dringend zu kurzen Intervallen von maximal fünf bis zehn Minuten Spiel oder Interaktion, gefolgt von einer bewussten Pause.

Diese Pausen sind entscheidend, um zu verhindern, dass die Hunde überdrehen. Wie Mustafa es formuliert: „Nach müde kommt nur noch blöd.“ Eine Pause kann bedeuten, die Hunde kurz anzuleinen oder räumlich zu trennen, damit sie wieder zur Ruhe kommen können. Dieses Vorgehen beugt dem Kippen der Stimmung von Spiel zu Ernst vor.

Der Einzug ins Haus: Regeln und Management sind der Schlüssel

Wenn die Interaktion im Garten gut verläuft, können die Hunde ins Haus. Hier gelten laut beiden Moderatoren noch strengere Regeln. Yvonne macht klar, dass sie im Haus jegliche potenziellen Ressourcen wie Spielzeug, Kauartikel oder Futter wegräumt, um Konflikte von vornherein auszuschließen. Sie führt die Hunde an der Leine ins Haus und weist ihnen sofort feste Plätze zu, beispielsweise eine Decke oder eine Box.

Das Haus, so betonen Yvonne und Mustafa einstimmig, ist eine „Chill-out-Area“. Spielen und Toben sind hier tabu. Ziel ist es, den Hunden zu vermitteln, dass im Haus Ruhe und Entspannung herrschen. Dies gilt umso mehr, wenn die Räume eng sind und die Hunde nicht so frei kommunizieren können wie draußen. Durch klare Plätze und Strukturen wird den Hunden Sicherheit vermittelt und Stress reduziert.

Umgang mit Antipathie: Akzeptanz statt erzwungener Freundschaft

Was aber, wenn die Hunde sich einfach nicht mögen? Yvonne stellt klar, dass dies völlig in Ordnung ist. „Sie müssen nicht best friends werden“, erklärt sie. Viel wichtiger sei es, dass die Hunde lernen, sich gegenseitig zu dulden. Insbesondere im eigenen Zuhause hat der Mensch die Verantwortung, die Regeln aufzustellen. Es sei nicht „das Haus des Hundes“, sondern das des Menschen, und daher könne man verlangen, dass ein anderer Hund akzeptiert wird.

Dieses „Dulden“ wird durch das bereits beschriebene Management (feste Plätze, keine unkontrollierte Interaktion) trainiert. Mustafa fügt hinzu, dass diese Fähigkeit auch für den Alltag, etwa bei Restaurantbesuchen, von unschätzbarem Wert ist. Die Fähigkeit, in der Nähe anderer Hunde entspannt zu bleiben, auch wenn man sie nicht mag, ist ein wichtiges Erziehungsziel.

Körpersprache lesen: Spannung von Entspannung unterscheiden

Um die Interaktionen richtig einschätzen zu können, ist es unerlässlich, die Körpersprache der Hunde zu verstehen. Mustafa hebt den Muskeltonus als wichtigen Indikator hervor: Ein angespannter, harter Muskel deutet auf Stress oder Unsicherheit hin, während ein lockerer Körper Entspannung signalisiert. Weitere Anzeichen für Anspannung sind das Fixieren des anderen Hundes, eine steife Rutenhaltung oder leises Knurren.

Yvonne untermauert dies mit einem Beispiel aus eigener Erfahrung: Zwei Hunde rannten im Kreis, was für den anderen Besitzer wie ein ausgelassenes Spiel aussah. Sie erkannte jedoch die Körperspannung und die Ernsthaftigkeit in der Situation, die kurz darauf in eine Auseinandersetzung umschlug. Dies zeigt, wie wichtig es ist, genau hinzusehen und nicht nur die grobe Aktion (Rennen), sondern die feinen Signale zu deuten, um rechtzeitig eingreifen zu können.

Praktische Schritte: Ein Protokoll zur erfolgreichen Hundezusammenführung

  1. Treffpunkt wählen: Beginne die Zusammenführung immer auf neutralem Boden, zum Beispiel auf einer Wiese oder einem ruhigen Weg, den keiner der Hunde als sein Revier beansprucht.
  2. Der gemeinsame Spaziergang: Geht mit beiden Hunden an der Leine parallel zueinander. Haltet anfangs einen so großen Abstand, dass sich beide Hunde entspannen können. Direkter Kontakt an der Leine wird vermieden.
  3. Kontrollierter Freilauf: Wenn der Spaziergang entspannt verläuft, geht in einen eingezäunten Bereich wie einen Garten. Lasst die Hunde hier erstmals von der Leine. Beobachtet die Interaktion genau.
  4. Kurze Intervalle und Pausen: Beschränkt die erste freie Interaktion auf maximal 5 - 10 Minuten. Unterbrecht das Spiel dann aktiv für eine Pause, in der die Hunde zur Ruhe kommen.
  5. Das Haus vorbereiten: Bevor die Hunde hineingehen, räume alle Spielzeuge, Kauknochen und Futternäpfe weg, um Ressourcenkonflikte zu vermeiden.
  6. Einzug ins Haus: Führe beide Hunde angeleint ins Haus. Im Haus wird nicht gespielt oder interagiert. Es ist eine Ruhezone.
  7. Feste Plätze zuweisen: Weise jedem Hund einen eigenen, festen Liegeplatz zu (Decke oder Box). Dort sollen sie lernen, in Anwesenheit des anderen zu entspannen.
  8. Beobachten und Managen: Behalte die Körpersprache der Hunde im Auge. Greife bei Anzeichen von Spannung oder Stress ein, indem du den Abstand vergrößerst oder die Hunde trennst.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Themen und Herausforderungen

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

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