Windhunde, Trüffelsuche und die Tücken des Alltags

Zusammengefasst von Anja Schirwinski
Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida. 
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In dieser Folge der HUNDESTUNDE begrüßt Moderatorin Conny Sporrer die Hundetrainerin Maxi Lotz aus Zürich. Maxi, die gemeinsam mit ihrem Mann Miro eine erfolgreiche Hundeschule führt, lebt selbst mit drei Windhunden und einem Baby. Die Episode taucht tief in die Welt der Windhunde ein, räumt mit Vorurteilen auf und beleuchtet faszinierende Beschäftigungsmöglichkeiten wie die Trüffelsuche. Außerdem beantworten die beiden Expertinnen drängende Hörerfragen zu alltäglichen Herausforderungen - vom Umgang mit ignoranten Joggern über die Adoption von Junghunden bis hin zur Bewältigung von Unsicherheit nach einem Umzug. Die Folge richtet sich an alle Hundehaltenden, die nach fundierten Einblicken und praxisnahen Lösungen für Training und Zusammenleben suchen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Windhunde sind oft ideale Anfängerhunde: Entgegen gängiger Mythen sind viele Windhunde laut Maxi Lotz zu Hause sehr entspannt und wenig territorial, was das Zusammenleben, besonders mit Kindern, erleichtert.
  • Jagdtrieb kanalisieren, nicht unterdrücken: Ein starker Jagdinstinkt sollte durch kontrollierte Hetzspiele, wie das Apportieren eines Futterbeutels, in geordnete Bahnen gelenkt werden. Ein Verbot führt nur dazu, dass der Hund sich selbstständig ein Ventil sucht.
  • Trüffelsuche als artgerechte Auslastung: Diese Form der Nasenarbeit ist eine hervorragende Beschäftigung für jagdlich motivierte Hunde und kann mit fast jeder Rasse trainiert werden.
  • Bei der Adoption ist ein erwachsener Hund oft die sicherere Wahl: Conny Sporrer betont, dass ein Hund ab zwei Jahren bereits einen gefestigten Charakter hat, was Überraschungen während der Pubertät erspart und die Integration planbarer macht.
  • Struktur gibt Sicherheit, besonders nach einem Umzug: Ein unsicherer Hund profitiert enorm von klaren Regeln und festen Liegeplätzen (Deckentraining). Nachgiebigkeit aus Mitleid verstärkt die Unsicherheit oft nur.
  • Die Verantwortung liegt immer beim Halter: Auch wenn sich Mitmenschen wie Jogger oder Radfahrer rücksichtslos verhalten, liegt es in deiner Verantwortung, die Situation vorausschauend zu managen und deinen Hund zu sichern.

Windhunde: Die unterschätzten Familienbegleiter

Zu Beginn des Gesprächs teilt Maxi Lotz ihre persönlichen Erfahrungen mit ihren drei Hunden - einem Whippet, einem Galgo und einem kleinen Mix aus dem Tierschutz. Conny Sporrer zeigt sich überrascht, wie ruhig und unauffällig das Leben mit einem Mehrhunderudel sein kann. Maxi nutzt die Gelegenheit, um mit gängigen Vorurteilen über Windhunde aufzuräumen. Sie erklärt, dass diese Rassen oft fälschlicherweise als unerziehbar und ausschließlich jagdlich getrieben gelten.

In Wahrheit, so Maxi, seien Windhunde oft exzellente Anfängerhunde. Ihre ruhige und entspannte Art im Haus und ihr gering ausgeprägtes territoriales Verhalten machen sie zu angenehmen Mitbewohnern, selbst in turbulenten Familien mit Kindern. Statt sie nur auf ihren Jagdtrieb zu reduzieren, betont Maxi ihre Vielseitigkeit: Sie sind für viele Aktivitäten zu begeistern, von Tricktraining bis hin zu verschiedenen Hundesportarten.

Trüffelsuche: Mehr als nur ein Hobby für Spezialisten

Ein besonderes Steckenpferd von Maxi und ihren Hunden ist die Trüffelsuche. Sie erklärt, dass diese anspruchsvolle Nasenarbeit eine ideale Möglichkeit ist, den Jagdinstinkt von Hunden artgerecht auszulasten. Anders als oft angenommen, braucht man dafür keinen speziellen Trüffelhund wie den Lagotto Romagnolo. Grundsätzlich kann jeder Hund, der gerne seine Nase einsetzt, das Suchen lernen.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der richtigen Konditionierung. Maxi warnt davor, mit handelsüblichem Trüffelöl zu trainieren, da dessen Aroma meist künstlich ist und sich vom Geruch echter Trüffel stark unterscheidet. Die größte Herausforderung besteht darin, dem Hund beizubringen, den reinen Geruch eines unberührten, im Boden wachsenden Trüffels zu erkennen. Menschlicher Geruch an den Übungsobjekten kann den Hund verwirren. Mit einer humorvollen Anekdote beschreibt sie, wie sie ihren ersten Trüffel auf allen Vieren im Park aufspürte, um ihn ihrem Hund „unberührt“ präsentieren zu können.

Junghund oder erwachsener Hund aus dem Tierschutz?

Eine Hörerin, die als Pflegestelle für Tierschutzhunde aktiv ist, stellt Connys frühere Empfehlung infrage, eher erwachsene als pubertierende Junghunde zu adoptieren. Sie argumentiert, dass die Pubertät eine natürliche Phase des Aufbruchs sei, in der Hunde neugierig auf neue Bindungen und Umgebungen sind.

Conny Sporrer bekräftigt ihre Position und erklärt, dass sie persönlich immer einen erwachsenen Hund wählen würde, da dessen Charakter bereits gefestigt ist. Die unvorhersehbaren Entwicklungen während der Pubertät seien eine große Herausforderung, die viele Adoptanten unterschätzen. Maxi Lotz differenziert diese Sichtweise: Bei bestimmten Jagdhunden aus dem Tierschutz, wie spanischen Galgos, könne ein junger Hund ohne Jagderfahrung tatsächlich einfacher zu führen sein als ein älterer, der bereits erfolgreich gejagt hat.

Beide Trainerinnen sind sich einig: Das Wichtigste ist, dass sich Adoptanten der Anstrengung bewusst sind, die ein junger Hund mit sich bringt. Eine tiefe Bindung, so betonen sie, ist nicht vom Alter bei der Übernahme abhängig, sondern kann auch mit einem älteren Hund auf eine besonders wertschätzende Weise entstehen.

Der richtige Umgang mit dem Jagdtrieb

Eine weitere Frage dreht sich um den Umgang mit einem stark jagdlich motivierten Mischling. Die Halterin wurde von ihrer Trainerin angewiesen, jegliche Hetzspiele wie Ball- oder Futterbeutelwerfen zu unterlassen, da diese den Jagdtrieb fördern würden. Maxi Lotz widerspricht dieser Einschätzung vehement. Sie erklärt, dass der Jagdtrieb ein tief verankertes Bedürfnis ist. Wird dieses unterdrückt, sucht sich der Hund unweigerlich eigene Ventile, was zu unkontrollierbarem Jagen führt.

Ihre Empfehlung lautet stattdessen, den Trieb gezielt zu kanalisieren. Kontrollierte Hetzspiele, die als gemeinsame Aktivität gestaltet werden, stärken die Bindung und machen den Menschen zum wichtigsten Partner für den Hund. Parallel dazu sei es jedoch unerlässlich, die Grundlagen der Impulskontrolle zu trainieren: ein zuverlässiges Bleib-Signal, ein Stopp-Wort aus vollem Lauf und ein bombensicherer Rückruf sind für die Sicherheit unabdingbar.

Unsicherheit nach dem Umzug: Wie Struktur Halt gibt

Die letzte Frage behandelt die Unsicherheit einer Hündin nach einem Umzug. Sie kann nicht mehr allein bleiben, ist schreckhaft und sucht ständig die Nähe ihrer Halterin. Maxi Lotz analysiert, dass die Hündin durch die neue Umgebung überfordert zu sein scheint und versucht, durch Kontrollverhalten Sicherheit zu gewinnen. Die gut gemeinte Nachgiebigkeit der Besitzerin (z. B. den Hund im Bett schlafen zu lassen) verstärke das Problem jedoch.

Die Lösung liegt darin, dem Hund durch klare Regeln und eine feste Struktur Sicherheit zu vermitteln. Ein konsequentes Deckentraining an festen Liegeplätzen hilft dem Hund, zur Ruhe zu kommen und die Verantwortung für die Umgebung an den Menschen abzugeben. Conny ergänzt, dass gerade unsichere Hunde ein stabiles „Auffangnetz“ aus verlässlichen Regeln benötigen, um sich entspannen zu können.

Praktische Schritte für den Alltag

  1. Bei starkem Jagdtrieb: Verbiete Hetzspiele nicht, sondern nutze sie kontrolliert (z. B. mit einem Futterbeutel), um das Bedürfnis deines Hundes zu befriedigen und eure Bindung zu stärken.
  2. Training für sicheres Jagen: Übe parallel zu den Hetzspielen intensiv Impulskontrolle. Ein felsenfestes "Bleib", ein Stopp-Signal aus der Bewegung und ein verlässlicher Rückruf sind unverzichtbar.
  3. Nach einem Umzug: Gib deinem Hund Sicherheit durch klare Strukturen. Führe feste Liegeplätze mit einem Deckentraining ein und begrenze seine Bewegungsfreiheit, um ihm die Verantwortung abzunehmen und ihm beim Entspannen zu helfen.
  4. Umgang mit Unsicherheit: Sei ein souveräner und klarer Partner für deinen Hund. Konsequente Regeln sind für einen unsicheren Hund kein Zwang, sondern eine wichtige Orientierungshilfe.
  5. Hundewahl im Tierschutz: Wäge die Vor- und Nachteile ab. Ein Junghund in der Pubertät erfordert viel Geduld und Management. Ein erwachsener Hund ist in seiner Persönlichkeit oft schon gefestigt, was die Eingewöhnung planbarer machen kann.

📌 Themen und Herausforderungen

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert und anschließend sorgfältig geprüft und redaktionell überarbeitet.
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