Hoopers: Warum dieser Hundesport Mensch und Hund so eng zusammenbringt

116: Hundetrainer Michael Kroner: Warum Hoopers mehr ist als nur Hundesport

116: Hundetrainer Michael Kroner: Warum Hoopers mehr ist als nur Hundesport

14. April 2026 · The Petfood Family - der Hunde-Podcast

Stell dir vor, du stehst in der Mitte eines Parcours. Dein Hund ist 20, vielleicht sogar 30 Meter von dir entfernt. Du gibst ein kurzes, leises Signal, und wie an einer unsichtbaren Schnur gelenkt, umrundet er eine Tonne, schlüpft durch einen Tunnel und navigiert flüssig durch eine Reihe von Bögen. Du läufst nicht mit, du rufst nicht laut - es ist eine stille, fast magische Verständigung. Genau diese Faszination der Distanzarbeit ist das Herzstück von Hoopers, einer Hundesportart, die gerade dabei ist, die Herzen vieler Mensch-Hund-Teams zu erobern.

In einer neuen Folge seines Podcasts The Petfood Family taucht Jan Dießner gemeinsam mit einem der prägendsten Köpfe der deutschen Hoopers-Szene, Michael Kroner, tief in diese Welt ein. Michael ist nicht nur zertifizierter Hundetrainer und Verhaltensberater, sondern auch einer der ersten Wertungsrichter in Deutschland. Seine Leidenschaft für den Sport ist von der ersten Sekunde an spürbar. In diesem Gespräch geht es um weit mehr als nur Regeln und Geräte. Es geht um die Kunst der Kommunikation, um blindes Vertrauen und darum, wie ein Sport ohne Zeitdruck und Sprünge eine unglaubliche Bereicherung für fast jedes Team sein kann.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Führung auf Distanz als Kernprinzip: Im Gegensatz zu Agility bleibst du als Hundeführer in einem festgelegten Bereich und navigierst deinen Hund durch Körpersprache und verbale Signale aus der Ferne durch den Parcours. Das schult eine extrem feine Kommunikation und tiefes Vertrauen.
  • Ein Sport für alle: Da Hoopers ohne Sprünge auskommt und nicht auf Geschwindigkeit ausgelegt ist, eignet es sich für Hunde jeder Rasse, Größe und jeden Alters. Auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen ist es eine ideale Möglichkeit, gemeinsam mit ihrem Hund aktiv zu sein.
  • Der Fokus liegt auf dem Teamwork, nicht auf der Zeit: Ohne den Druck einer Stoppuhr können sich Mensch und Hund voll auf die saubere Ausführung und die gemeinsame Arbeit konzentrieren. Dies fördert eine entspannte und positive Atmosphäre, auch auf Turnieren.
  • Timing ist alles: Michael Kroner betont, dass der Erfolg nicht von lauten Kommandos, sondern vom exakten Timing abhängt. Du musst lernen, die Geschwindigkeit deines Hundes zu lesen und Signale vorausschauend zu geben, um seine Ideallinie zu formen.
  • Flexibilität im Training: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Michael erklärt verschiedene Navigationssysteme - vom positionsbezogenen Führen (z. B. "zu mir" oder "weg von mir") bis zu absoluten Signalen (wie links und rechts), die dem Team eine unglaubliche Flexibilität ermöglichen.
  • Mentale statt körperliche Auslastung: Hoopers fordert den Hund geistig enorm. Er muss zuhören, sich konzentrieren und selbstständig Entscheidungen treffen. Das macht es zu einer perfekten Beschäftigung, um einen Hund artgerecht auszulasten.

Was ist Hoopers? Die Faszination der Distanzarbeit

Auf den ersten Blick erinnert ein Hoopers-Parcours vielleicht an Agility. Es gibt Tunnel, Tonnen zum Umrunden und sogenannte Hoops - halbrunde Bögen, durch die der Hund läuft. Doch der entscheidende Unterschied, so erklärt Michael Kroner, liegt in der Philosophie. Es gibt keine Sprünge, was die Gelenke schont, und der Hundeführer läuft nicht mit. Er steht in einem festgelegten Führbereich, der je nach Leistungsklasse einen Durchmesser von wenigen Metern hat, und leitet seinen Hund von dort aus durch den nummerierten Parcours.

Die wahre Magie liegt in der Distanz. Die Geräte können bis zu 12 Meter voneinander entfernt stehen, und in der höchsten Klasse (H3) kann das am weitesten entfernte Gerät bis zu 30 Meter vom Hundeführer weg sein. Den Hund auf diese Entfernung präzise zu steuern, erfordert eine unglaublich klare Kommunikation.

Für wen ist Hoopers geeignet? Ein Sport für (fast) jedes Team

Einer der schönsten Aspekte, den Michael im Gespräch immer wieder hervorhebt, ist die Inklusivität dieses Sports. Weil es keine Sprünge und keine engen Wendungen gibt, die den Körper stark belasten, ist Hoopers eine wunderbare Beschäftigung für sehr große oder schwere Hunderassen, für Senioren-Hunde oder auch für Hunde, die aus gesundheitlichen Gründen kein Agility mehr machen können. Michaels eigener Weg zum Hoopers begann, als sein Kelpie im Agility Probleme bekam - eine Geschichte, die viele Hundesportler kennen.

Aber auch der Mensch profitiert. Wer selbst nicht mehr so schnell auf den Beinen ist oder im Rollstuhl sitzt, kann hier auf Augenhöhe mit anderen Teams antreten. Michael erzählt berührt von Teilnehmern mit Handicap, deren Hunde mit einer unglaublichen Freude durch den Parcours fliegen. Es geht nicht um die körperliche Fitness des Menschen, sondern um sein strategisches Denken, sein Timing und seine Verbindung zum Hund. Das ist ein Punkt, den ich persönlich unglaublich wichtig finde. Hundesport sollte verbinden, nicht ausschließen, und Hoopers lebt diesen Gedanken wie kaum eine andere Disziplin.

Die Kunst der Navigation: Trainingsansätze und Kommunikation

Wie bringt man einem Hund bei, auf 30 Meter Entfernung auf ein Wortsignal hin links abzubiegen? Michael Kroner stellt drei grundlegende Navigationskonzepte vor, die er je nach Team anpasst:

  1. Das referenzorientierte System: Hier orientiert sich der Hund an der Position des Menschen. Signale wie "zu" (arbeite auf mich zu) oder "weg" (arbeite von mir weg) geben die Richtung vor. Dies ist oft der intuitivste und schnellste Weg, um mit Hoopers zu beginnen.
  2. Das raumorientierte System: Dies ist die Königsdisziplin. Der Hund lernt absolute Richtungsangaben wie "links" und "rechts", unabhängig davon, wo sein Mensch steht. Das ermöglicht es, den Hund sogar von hinten zu führen, wenn er seinen Menschen gar nicht sehen kann. Der Trainingsaufwand ist höher, aber die Möglichkeiten sind grenzenlos.
  3. Das hybride System: Ein flexibler Mix aus beiden Ansätzen, der je nach Situation im Parcours die passenden Signale kombiniert.

Der Schlüssel liegt laut Michael darin, die Signale sauber aufzubauen. Zuerst muss der Hund verstehen, was er am Gerät tun soll (z. B. eine Tonne umrunden). Erst wenn der Bewegungsablauf sitzt, wird das Signal (Wort oder Sichtzeichen) hinzugefügt. Und erst dann wird die Distanz schrittweise erhöht. Ein häufiger Fehler, den Michael beobachtet: zu viel Körpereinsatz. Das Herumfuchteln des Menschen überschattet oft das eigentliche Signal und verwirrt den Hund. Ein ruhiges, präzises Führen ist weitaus effektiver.

Der Schlüssel zum Erfolg: Timing, Lauflinien und Vertrauen

"Hoopers musst du fühlen", sagt Michael, und dieser Satz fasst die Essenz des Sports perfekt zusammen. Es ist ein ständiger Dialog. Du als Hundeführer musst nicht nur den Parcours im Kopf haben, sondern auch die Geschwindigkeit und Laufwege deines Hundes antizipieren. Ein schnellen Hund, der mit sechs Metern pro Sekunde unterwegs ist, hat kaum Zeit zu reagieren. Das Signal für die nächste Handlung muss also schon kommen, bevor er das aktuelle Gerät erreicht hat.

Ein zu spätes Signal verändert die Lauflinie des Hundes. Er muss vielleicht stärker abbremsen oder macht einen weiteren Bogen, was den Anlaufwinkel zum nächsten Gerät ungünstig gestaltet. Eine Kettenreaktion entsteht, die schnell zu Fehlern führt. Deine Aufgabe ist es also, die Ideallinie deines Hundes durch dein perfektes Timing zu formen. Das erfordert Übung, Konzentration und vor allem das Vertrauen, dass dein Hund deine Signale auch auf Entfernung annehmen und umsetzen wird. Dieses blinde Verständnis füreinander ist es, was Teams am Ende auf dem Treppchen weinen lässt - vor Freude und Stolz auf die gemeinsame Leistung.

Vom Hobby zur Meisterschaft: Die Entwicklung und Community

Hoopers ist längst mehr als nur eine Nischensportart. Michael Kroner untermauert das mit beeindruckenden Zahlen: Gab es 2020 noch 22 Turniere in Deutschland, waren es 2024 bereits 227 mit fast 20.000 Starts. Die Community wächst rasant, und das liegt auch an der besonderen Atmosphäre. Weil es keine Zeitwertung gibt, können mehrere Teams mit einem fehlerfreien Lauf den ersten Platz belegen. Der Konkurrenzdruck ist geringer, das Miteinander steht im Vordergrund. Man freut sich für die anderen, anstatt auf die Hundertstelsekunde zu schielen.

Michael hat diese Entwicklung von Anfang an mitgestaltet und war maßgeblich an der Organisation des ersten "International Hoopers Friendship Cup" 2022 in Deutschland beteiligt. Mittlerweile gibt es Bestrebungen, ein internationales FCI-Reglement zu schaffen, um Welt- und Europameisterschaften zu ermöglichen. Der Sport professionalisiert sich, ohne seinen inklusiven und teamorientierten Geist zu verlieren.

Dein Weg in die Welt des Hoopers: Erste Schritte

Bist du neugierig geworden? Michael gibt klare Empfehlungen für den Einstieg, die sich leicht in praktische Schritte übersetzen lassen:

  1. Finde gute Anleitung: Suche dir einen Verein oder einen Trainer, der sich mit den modernen Trainingsansätzen von Hoopers auskennt. Ein guter Trainer schaut sich dein Team genau an und passt das Training individuell an.
  2. Starte mit den Geräte-Basics: Bevor du an Distanz denkst, muss dein Hund die Geräte kennenlernen und verstehen, was von ihm erwartet wird. Arbeite mit positiver Verstärkung und sorge dafür, dass er die Geräte mit Spaß verknüpft.
  3. Baue deine Signale sauber auf: Entscheide dich für klare und eindeutige Signale. Beginne nah am Hund und baue erst Distanz auf, wenn das Signal wirklich sitzt. Denke daran: Weniger Körperbewegung ist oft mehr.
  4. Trainiere in kleinen Schritten: Hoopers ist ein Marathon, kein Sprint. Übe kurze, einfache Sequenzen und verbinde sie erst später zu einem ganzen Parcours. So vermeidest du Frust bei dir und deinem Hund.
  5. Achte auf deinen Hund: Die größte Gefahr beim Hoopers ist, den Hund zu überfordern. Da du dich selbst kaum bewegst, merkst du deine eigene Erschöpfung nicht. Dein Hund läuft aber Runde für Runde. Achte auf seine Signale und beende das Training immer dann, wenn es am schönsten ist.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

Alle Inhalte auf Petcaster beruhen auf öffentlich zugänglichen Podcasts aus der Hunde- und Haustierwelt. Wir fassen die Episoden nach bestem Wissen zusammen, übernehmen jedoch keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Inhalte. Die Rechte an den Original-Podcasts und -Inhalten liegen ausschließlich bei den jeweiligen Urheber:innen.

Shownotes

Hoopers ist mehr als nur ein weiterer Hundesport: Hier geht es um Distanzarbeit, Vertrauen und feine Kommunikation zwischen Mensch und Hund. In dieser Folge spricht Michael Kroner, Hoopers Experte, mit Jan über seine Leidenschaft für genau diesen Hundesport – eine Sportart ohne Zeitdruck, bei der Hunde selbstständig durch Parcours aus Bögen, Tonnen und Gates navigieren. Michael erklärt, warum es im Hoopers kein starres „High-End-System“ gibt, wie Parcours von Richtern gestaltet werden und weshalb Geduld und Verständnis im Training entscheidend sind.

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