Uwe Traxel und Seelenhund Fly: Von "Top Dog Germany" ins Filmgeschäft
In dieser Episode des Podcasts The Pet Food Family spricht Host Jan Dießner mit seinem Gast Uwe Traxel über dessen sechsjährige Neufundländerhündin Fly. Uwe Traxel ist Hundesportler, Züchter und Filmhundeführer. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die außergewöhnlich tiefe und intuitive Beziehung zwischen ihm und Fly, die er als seinen „Seelenhund“ bezeichnet.
Die Episode beleuchtet die beeindruckende Karriere des Duos in der Wasserarbeit, ihre emotionalen Erlebnisse bei der TV-Show „Top Dog Germany“ und Flys überraschende Laufbahn als Filmhund. Zentrales Thema ist die Frage, wie eine solch intensive Mensch-Hund-Bindung entsteht und wie sie den gemeinsamen Alltag, sportliche Höchstleistungen und schwierige Lebensphasen prägt. Die Erzählungen bieten einen tiefen Einblick in die Welt des Hundesports und die emotionale Bedeutung, die ein Tier im Leben eines Menschen einnehmen kann.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein „Seelenhund“ von Geburt an: Uwe Traxel beschreibt, dass er vom ersten Moment an wusste, dass Fly sein Hund sein würde. Ihre Verbindung geht über eine normale Halter-Hund-Beziehung hinaus; er bezeichnet sie als seinen „Seelenhund“, da sie sich ohne Worte verstehen.
- Intuitives Lernen statt Lehrbuch: Fly besitzt eine einzigartige Auffassungsgabe. Uwe erklärt, dass kleinschrittiges Training bei ihr nicht funktioniert. Stattdessen versteht sie komplexe Aufgaben oft sofort, was ihn lehrte, ihren Instinkten - wie dem Nutzen von Strömungen bei der Wasserarbeit - blind zu vertrauen.
- Erfolgreiche Karriere in der Wasserarbeit: Fly hat in der höchsten Klasse der Wasserarbeit alle wichtigen nationalen Titel gewonnen. Nach diesen Erfolgen und aufgrund einer aktuellen gesundheitlichen Situation hat Uwe beschlossen, ihre Wettkampfkarriere in dieser Disziplin zu beenden.
- Emotionale Achterbahn bei „Top Dog Germany“: Das Team war in allen vier Staffeln dabei. Ein besonders emotionaler Tiefpunkt war, als Uwe wegen einer Corona-Erkrankung das Finale der zweiten Staffel verpasste. Ein Höhepunkt war der gemeinsame Auftritt mit seiner Tochter Mia in der dritten Staffel.
- Vertrauen ist unersetzlich: Für Uwe ist das oberste Gebot, das Vertrauen seines Hundes niemals zu brechen. Er lässt Fly oft selbst entscheiden, wie sie eine Aufgabe löst, da er gelernt hat, dass sie die Situation oft besser einschätzt als er selbst.
- Unerwarteter Filmstar: Durch ihre TV-Präsenz wurde Fly zu einem gefragten Filmhund und trat unter anderem bei „Höhle der Löwen“ sowie in Produktionen mit Bastian Pastewka, Anke Engelke und Christoph Maria Herbst auf.
- Gesundheitliche Sorgen und schwierige Entscheidungen: Bei Fly wurde ein Tumor entfernt. Ein unklarer Befund führte zu der schweren Entscheidung, vorsorglich eine Chemotherapie zu beginnen. Diese Verantwortung für Flys Wohlbefinden steht für Uwe über allen sportlichen Ambitionen.
Eine besondere Verbindung: Die Geschichte von Fly und Uwe
Uwe Traxel erzählt, wie er Fly von ihrer Geburt an begleitete, da sie in seiner eigenen Zucht zur Welt kam. Für ihn war sofort klar: „Das ist mein Hund, das ist meine Fly.“ Dieser erste Gedanke bestätigte sich im Laufe der Jahre immer wieder. Er beschreibt eine tiefe, fast telepathische Verbindung, die er früher bei anderen belächelt hatte, als sie von ihrem „Seelenhund“ sprachen. Heute, so Uwe, verstehe er die Bedeutung vollkommen: „Sie fühlen, was ich fühle, [...] ich fühle, was sie fühlt. Wir gucken uns an, das passt.“ Diese besondere Beziehung ist das Fundament für alle gemeinsamen Erfolge und Erlebnisse. Fly verleiht ihm in stressigen Momenten Ruhe und relativiert Probleme, indem sie ihm ihre Zuneigung zeigt.
Intuition statt Lehrbuch: Flys einzigartiger Lernstil
Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften von Fly ist ihre schnelle Auffassungsgabe. Uwe erklärt, dass klassische Trainingsmethoden, die auf kleinschrittigem Aufbau basieren, bei ihr nicht nur unnötig, sondern sogar kontraproduktiv sind. Er beschreibt ihre Mentalität so: „Alter, ich habe ein Fenster von maximal drei Minuten. Wenn wir es in der Zeit nicht irgendwie so hinkriegen, dass ich zumindest schon mal grundsätzlich verstanden habe, dann hast du ein Problem mit mir.“ Stattdessen probierte er oft direkt die finale Version einer Übung aus, die in den meisten Fällen auf Anhieb oder mit minimalen Korrekturen funktionierte.
Dieses Vorgehen erforderte von Uwe, seine eigene Herangehensweise zu überdenken und vor allem, Flys Instinkten zu vertrauen. Ein prägnantes Beispiel aus der Wasserarbeit verdeutlicht dies: Fly schwamm bei einer Rettungsübung zunächst in eine scheinbar falsche Richtung. Statt sie zu korrigieren, ließ Uwe sie machen und erkannte, dass sie bewusst einen Umweg nahm, um die Strömung des Sees optimal für sich zu nutzen. Er fasst zusammen: „So haben wir uns im Prinzip gegenseitig geschult, sie mehr mich als ich sie.“
Vom Wasserretter zum TV-Star: Die Karriere bei "Top Dog Germany"
Uwe und Fly sind eines der wenigen Teams, die an allen vier Staffeln der RTL-Show „Top Dog Germany“ teilnahmen. Ihre Reise begann mit einer unerwarteten Anfrage über Instagram, die Uwe zunächst für einen Scherz hielt. In der Show bewies Fly, dass auch ein großer, schwerer Hund einen anspruchsvollen Parcours meistern kann. Ihre ruhige und fokussierte Art beeindruckte von Anfang an.
Ein besonders dramatischer Moment ereignete sich in der zweiten Staffel, als Uwe kurz vor dem Finale positiv auf Corona getestet wurde und nicht antreten konnte - eine enorme Enttäuschung für ihn. Die dritte Staffel wurde zu einem Familienevent, als auch seine Tochter Mia mit der Sheltie-Hündin Amy teilnahm. In der vierten Staffel erreichten Uwe und Fly schließlich das Finale. Uwe nutzt die Gelegenheit auch, um die Show gegen Kritiker zu verteidigen. Er betont, dass das Wohl der Tiere immer an erster Stelle stehe und die Sendung viele Menschen dazu inspiriere, sich intensiver mit ihren Hunden zu beschäftigen.
Fly vor der Kamera: Eine unerwartete Karriere als Filmhund
Die öffentliche Präsenz durch „Top Dog Germany“ öffnete Fly die Tür zu einer weiteren, ungeplanten Karriere als Filmhund. Ihr erster Auftritt war in der Show „Höhle der Löwen“, wo sie als „Vorkosterin“ für ein Hundeeis das gesamte Studio für sich einnahm. Es folgten Fotoshootings, Werbeaufträge und Auftritte bei „HundKatzeMaus“.
Besonders hervorzuheben sind ihre Rollen in der Amazon-Serie „Perfekt verpasst“ an der Seite von Anke Engelke und Bastian Pastewka sowie im ZDF-Film „Merz gegen Merz“ mit Christoph Maria Herbst. Uwe berichtet, wie Fly am Set oft eigenständig agiert und Szenen durch ihr Verhalten bereichert, was von den Regisseuren sehr geschätzt wird. Ihre Fähigkeit, in jeder Situation souverän und entspannt zu bleiben, macht sie zu einem Naturtalent vor der Kamera.
Zwischen Sorge und Hoffnung: Flys Gesundheitszustand und die Zukunft
Ein emotionaler Teil des Gesprächs widmet sich Flys aktueller gesundheitlicher Situation. Nach der operativen Entfernung eines Tumors an der Scheide sorgte ein fehlerhafter Laborbefund für große Verunsicherung. Obwohl unklar ist, ob der Tumor bösartig war, trafen Uwe und die Tierklinik die schwere Entscheidung, präventiv eine Chemotherapie zu beginnen. Fly, so berichtet Uwe, verkraftet die Behandlung sehr gut und zeigt keine nennenswerten Nebenwirkungen.
Diese Situation führte dazu, dass Uwe ihre Teilnahme am Europa Cup in der Wasserarbeit absagte und ihre Wettkampfkarriere in diesem Bereich beendete. Die Entscheidung verdeutlicht seine Prioritäten: „Letzten Endes geht meinem Hund sein Wohlbefinden und auch mein psychisches dann ganz klar vor.“ Sein größter Wunsch ist es, dass sich herausstellt, dass der Tumor gutartig war und er noch viele gesunde Jahre mit Fly verbringen kann.
Uwes Philosophie im Umgang mit seinem Hund
Aus Uwes Erzählungen lassen sich mehrere Kernprinzipien für eine tiefe und erfolgreiche Mensch-Hund-Beziehung ableiten:
- Vertraue den Instinkten deines Hundes: Lerne, die Entscheidungen deines Hundes zu respektieren, auch wenn sie von dem abweichen, was du erwartest oder gelernt hast. Oft hat der Hund einen guten Grund für sein Verhalten.
- Passe dein Training an den Hund an, nicht umgekehrt: Jeder Hund hat einen individuellen Lernstil. Statt starr an Lehrmeinungen festzuhalten, beobachte deinen Hund genau und finde heraus, wie er am besten lernt und motiviert wird.
- Die Beziehung steht über allem: Der Kern eurer gemeinsamen Zeit ist die Bindung. Sportliche Erfolge, Titel oder öffentliche Anerkennung sind zweitrangig gegenüber dem Wohlbefinden und dem Vertrauen deines Hundes.
- Sei präsent und authentisch: Eure Beziehung lebt von echter, gemeinsamer Zeit. Die schönsten Momente sind oft die alltäglichen, nicht nur die im Rampenlicht. Authentizität ist der Schlüssel zu einer tiefen Verbindung.
- Übernimm bedingungslose Verantwortung: In schwierigen Zeiten, besonders bei gesundheitlichen Problemen, triff Entscheidungen immer im besten Interesse deines Hundes, auch wenn sie persönlich schwerfallen oder den Verzicht auf eigene Ziele bedeuten.
Themen und Herausforderungen
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.
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Shownotes
Was hat das Lied "Fly" mit einer sechs Jahre alten Hündin und ihrer außergewöhnlichen Karriere zu tun? In dieser Folge unseres Podcasts tauchen wir tief in die Welt von Uwe und seiner treuen Neufundländerdame Fly ein. Uwe eröffnet im Gespräch mit Jan Einblicke in seine ganz besondere Beziehung zu Fly und nimmt uns mit zu ihren ersten gemeinsamen Momenten, bis hin zu den Herausforderungen, die sie gemeinsam meistern mussten. Ein Gespräch voller Emotionen, Hingabe und der Liebe zu einem einzigartigen Hund. Den Link zur Petition findest du hier: Rettet das Tierheim: Existenzbedrohung des Tierheims durch Baupläne der Bahn und Stadt verhindern | innn.it
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