Hundesport mit Hund: Welche Aktivität wirklich zu euch als Team passt

#56 Mehr als Auslastung - Hundesport im Verein entdecken

#56 Mehr als Auslastung - Hundesport im Verein entdecken

7. Mai 2026 · Sitz! Platz! Bleibt! - der Hundepodcast mit Nicole Borowy und Sami El Ayachi

Der Frühling ist da, und mit ihm erwacht bei vielen Hundemenschen der Wunsch, gemeinsam mit dem Vierbeiner mehr zu erleben als nur die tägliche Gassirunde. Aber wohin mit all der Energie? Welche Aktivität passt wirklich zu uns als Team, und was gibt es jenseits der altbekannten Vereinsplätze zu entdecken? In ihrer Podcast-Folge von Sitz! Platz! Bleibt! nehmen sich die Hosts Nicole Borowy und Sami El Ayachi genau dieser Frage an. Sie tauchen tief in die Welt des Hundesports ein - von bewährten Klassikern bis hin zu modernen Abenteuer-Events - und führen dabei eine wichtige Diskussion über veraltete Strukturen und neue, inklusive Ansätze. Diese Episode ist damit ein wertvoller Wegweiser für alle, die eine sinnvolle und freudvolle Beschäftigung suchen, die die Beziehung zum eigenen Hund auf ein ganz neues Level heben kann.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vielfalt entdecken: Die Welt der Hundeaktivitäten ist riesig und bietet für jedes Mensch-Hund-Team das Passende - von strategischem Agility über Rally Obedience bis hin zu kräftezehrenden Hindernisläufen im Schlamm.
  • Tradition hinterfragen: Sami und Nicole diskutieren kontrovers die Begleithundeprüfung (BH) als oft geforderte Voraussetzung. Sie regen zum Nachdenken an, ob eine auf dem Platz auswendig gelernte Prüfung wirklich Alltagstauglichkeit beweist.
  • Teamgeist statt Wettkampf: Neue Event-Formate wie Camp Canis oder Tough Hunter rücken das gemeinsame Erlebnis in den Vordergrund. Hier sind auch Hunde willkommen, die im klassischen Vereinsleben vielleicht anecken würden, und können als Teil eines Teams über sich hinauswachsen.
  • Die Basis ist die Beziehung: Laut Sami liegt der wahre Lohn nicht in Pokalen oder externen Belohnungen, sondern im Gemeinschaftsgefühl und der puren Freude, die aus dem gemeinsamen Handeln entsteht.
  • Einfach mal ausprobieren: Der zentrale Aufruf der Folge ist, mutig zu sein, verschiedene Dinge anzuschauen und eine Aktivität zu finden, die beiden Seiten - Mensch und Hund - ehrlichen und nachhaltigen Spaß bereitet.

Klassiker im Wandel: Von Agility bis Turnierhundesport

Sami eröffnet das Gespräch mit einem Blick auf die etablierten Hundesportarten, die viele kennen. Agility, so erklärt er, hat sich mittlerweile stark professionalisiert. Es gibt riesige Hallen, Turniere in verschiedenen Leistungsklassen und eine engagierte Szene. Eine sanftere und oft zugänglichere Alternative ist das Rally Obedience, das Nicole als besonders liebevoll organisierten Sport beschreibt, bei dem Teams einen Parcours aus Schildern mit verschiedenen Gehorsamsübungen absolvieren. Eine weitere Disziplin ist der Turnierhundesport (THS), eine Art Leichtathletik für Mensch-Hund-Teams, die eher auf geraden Strecken stattfindet und sich daher gut für Hunde eignet, denen die engen Wendungen im Agility schwerfallen.

Die Begleithundeprüfung auf dem Prüfstand: Sinnvolle Grundlage oder veraltete Hürde?

Ein zentraler und besonders spannender Diskussionspunkt der Episode ist die Begleithundeprüfung (BH), die für viele Turniere in den klassischen Sportarten eine zwingende Voraussetzung ist. Sami stellt provokant die Frage, ob diese Prüfung heute noch zeitgemäß ist. Er kritisiert, dass sie oft nur auf dem Hundeplatz unter sterilen Bedingungen funktioniert und die erlernten Fähigkeiten nicht in den Alltag generalisiert werden. Für ihn ist sie eine Einstiegshürde, die wenig über die tatsächliche Sozialverträglichkeit und Alltagstauglichkeit eines Hundes aussagt.

Nicole hält dagegen und argumentiert, dass die Vorbereitung auf die BH Hundebesitzer immerhin dazu bringt, sich intensiv mit ihrem Hund zu beschäftigen und wichtige Grundlagen wie Fußgehen, Sitz und Platz zu trainieren. Beide sind sich jedoch einig, dass die BH nur ein Anfang sein kann. Viel wichtiger, so ihr Konsens, ist eine echte Gesellschaftstauglichkeit, die sicherstellt, dass Hunde sich in unserer immer enger werdenden Welt souverän und unauffällig bewegen können. Diese Debatte spiegelt einen wichtigen Wandel in der Hundewelt wider: weg von reiner Leistungsorientierung hin zu einem ganzheitlichen Blick auf das Zusammenleben von Mensch und Hund.

Abenteuer im Team: Events wie Tough Hunter und Camp Canis

Besonders begeistert zeigen sich beide Hosts von modernen Event-Formaten, die den Fokus auf das gemeinsame Erlebnis legen. Veranstaltungen wie Tough Hunter oder Camp Canis sind an Hindernisläufe für Menschen angelehnt, bei denen Teams durch Schlamm robben, klettern und schwimmen. Das Besondere: Hier geht es nicht primär um Zeit und Leistung, sondern darum, als Team zusammenzuwachsen und gemeinsam Herausforderungen zu meistern. Sami hebt hervor, dass bei diesen Events auch Hunde willkommen sind, die vielleicht Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressionsthemen mitbringen. In diesem Rahmen, abseits des gesellschaftlichen Drucks, können sie lernen, ihrem Menschen zu vertrauen und wachsen über sich hinaus.

Diese Erlebnisse schweißen zusammen und schaffen unvergessliche Erinnerungen. Sami untermalt dies mit einer rührenden Anekdote über seine Tochter, die ihn nach einem Tag im Waldkindergarten überglücklich und von Kopf bis Fuß mit Schlamm bedeckt in die Arme sprang. Diese pure, unverfälschte Freude ist es, die er auch in den Gesichtern der Teilnehmenden bei diesen Events wiedererkennt.

Für jede Neigung das Richtige: Von Zughundesport bis Dummytraining

Neben den großen Events gibt es unzählige weitere Möglichkeiten. Sami erwähnt die Zughundesportarten wie Canicross (Laufen mit Hund), Bikejöring (Radfahren) oder Skijöring, bei denen der Hund über ein spezielles Geschirr ziehen darf - eine fantastische Auslastung für lauffreudige Vierbeiner. Nicole bringt ihre Leidenschaft, das Dummytraining, ins Spiel. Sie veranstaltet selbst Prüfungen wie die jagdliche Anlagensichtung oder Dummytrainings für Anfänger. Eine wichtige Information für viele Hörer: Mittlerweile bieten Verbände wie der BHV (Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen) solche Prüfungen auch für Hunde ohne VDH-Papiere und für Nicht-Jagdhunderassen an, was diesen faszinierenden Sport einem breiteren Publikum öffnet.

Ganz persönlich: Was die Hosts reizt - und was nicht

Was würden die beiden denn selbst ausprobieren? Nicole ist Feuer und Flamme für die Idee, sich mit ihrem Hund Jaxon bei einem Event wie Camp Canis in den Dreck zu stürzen. Sie liebt den Gedanken an das gemeinsame Abenteuer und ist überzeugt, dass Jaxon dafür der perfekte Partner wäre. Sami hingegen zeigt sich etwas zurückhaltender. Er gibt mit einem Augenzwinkern zu, dass er den asphaltierten Weg einer matschigen Wiese vorziehen würde und sich eher im sauberen Turnierhundesport sieht. Dennoch spürt er den Reiz des Abenteuers und wäre als lautstarker Unterstützer am Rand sofort dabei. Seine Idealvorstellung wäre eine Tour als Musher auf einem Hundeschlitten - wenn da nur nicht die Kälte wäre. Diese persönlichen Einblicke machen die Empfehlungen greifbar und zeigen, dass es nicht die eine beste Sportart gibt, sondern nur die, die zum jeweiligen Team passt.

So findest du die passende Aktivität für dich und deinen Hund

Aus den Gesprächen und Tipps von Nicole und Sami lassen sich konkrete Schritte ableiten, um die richtige Beschäftigung zu finden:

  1. Ehrliche Bestandsaufnahme: Schau dir deinen Hund genau an. Ist er ein Sprinter, ein Denker, ein Trüffelsucher oder eine Wasserratte? Und was macht dir selbst Spaß? Bist du eher der wettkampforientierte Typ oder suchst du das entspannte Naturerlebnis?
  2. Recherchiere über den Tellerrand hinaus: Gib in Suchmaschinen nicht nur den Namen deines örtlichen Hundevereins ein. Suche nach Begriffen wie "Trainings-Workingtest", "Camp Canis" oder "Canicross-Veranstaltungen in meiner Nähe", um neue Möglichkeiten zu entdecken.
  3. Zuschauen und Reinschnuppern: Bevor du dich anmeldest, fahr doch einfach mal als Zuschauer zu einem Turnier oder einer Veranstaltung. So bekommst du ein Gefühl für die Atmosphäre, die Anforderungen und die Menschen vor Ort. Viele Vereine bieten auch Schnupperstunden an.
  4. Eine solide Basis schaffen: Auch wenn viele moderne Events keine formale Prüfung verlangen, sind ein zuverlässiger Rückruf und ein Stopp-Signal Gold wert. Eine gute Beziehung und grundlegender Gehorsam sorgen dafür, dass die Aktivität für alle Beteiligten sicher ist und Spaß macht.
  5. Der Spaß steht im Mittelpunkt: Erinnere dich an Samis Schlusswort. Das Ziel jeder gemeinsamen Aktivität sollte die Freude sein. Es geht darum, eine gute Zeit miteinander zu haben und die Bindung zu stärken. Wenn der Ehrgeiz den Spaß überlagert, ist es vielleicht an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

Mehr über das Projekt Petcaster

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

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