Gemeinsam aktiv - Der richtige Einstieg ins Joggen und Fahrradfahren mit Hund

In dieser Episode des Podcasts "Sitz! Platz! Bleibt!" tauchen die Hosts Nicole Borowy und Sami El Ayachi tief in das Thema sportliche Aktivitäten mit dem Hund ein. Im Fokus stehen dabei das gemeinsame Joggen und Fahrradfahren. Anhand von Nicoles persönlichen Erfahrungen mit ihrem jungen Hund Jaxon und Samis expertenbasierten Einordnungen entsteht ein umfassender Leitfaden. Die Episode richtet sich an alle Hundebesitzer, die ihren Hund artgerecht auslasten und die gemeinsame Bindung durch sportliche Aktivitäten stärken möchten. Das zentrale Anliegen ist, wie man diese Aktivitäten so aufbaut, dass der Hund konzentriert und orientiert beim Menschen bleibt, anstatt in jagdliche Motivation oder Überforderung zu verfallen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Basis ist entscheidend: Bevor du mit dem Joggen oder Radfahren beginnst, sollte dein Hund bereits zuverlässig und orientiert an lockerer Leine im normalen Schritttempo gehen können.
  • Langsam starten: Beginne das Training in sehr kleinen Schritten. Kurze Intervalle von nur 20 bis 30 Metern Joggen oder Rollen mit dem Rad helfen dem Hund, das neue Tempo zu verstehen, ohne zu überdrehen.
  • Achte auf deine Körpersprache: Wenn dein Hund beim Tempowechsel hochspringt, könnte das eine Reaktion auf deine nach vorne gebeugte Haltung sein. Sami erklärt, dass der Hund dies als Druck empfinden kann. Eine aufrechtere Haltung und ein bewusster Blick nach vorn können hier helfen.
  • Sicherheit hat Vorrang: Wähle für die ersten Übungseinheiten eine ablenkungsarme Umgebung. Beim Radfahren solltest du deine eigene Fahrsicherheit kritisch einschätzen und im Notfall schnell absteigen können. Sami rät zudem dringend zum Tragen eines Helms.
  • Beobachte deinen Hund genau: Jeder Hund ist anders. Achte auf Anzeichen von körperlicher oder mentaler Überforderung. Sami berichtet, dass zu viel Bewegung seinen Hund reizbarer machen kann, anstatt ihn auszulasten.
  • Vorsicht bei E-Bikes: Mit elektrischer Unterstützung erreicht man schnell Geschwindigkeiten von 15 - 20 km/h, was für viele Hunde auf Dauer zu schnell ist. Behalte das Tempo immer im Blick, um deinen Hund nicht zu überfordern.
  • Gewöhnung an das Fahrrad: Bevor du aufsteigst, gewöhne deinen Hund an das Fahrrad, indem du es einfach nur neben ihm herschiebst. So wird das Rad zu einem normalen Begleiter und keinem unheimlichen Objekt.

Die Grundlage: Orientierung als Basis für gemeinsame sportliche Aktivitäten

Sami stellt gleich zu Beginn klar, dass die Voraussetzung für erfolgreiches Joggen oder Radfahren eine solide Basis ist: die Orientierung des Hundes am Menschen während des normalen Spaziergangs. Wenn ein Hund nicht in der Lage ist, im Schritttempo ruhig und aufmerksam neben seinem Menschen zu laufen, ist es wenig sinnvoll, das Tempo zu erhöhen. Nicole bestätigt diesen Ansatz und berichtet, dass sie genau diese Grundlage mit ihrem jungen Hund Jaxon zuerst geübt hat und dies nun gut funktioniert, bevor sie mit dem Joggen begonnen hat.

Der Einstieg ins Joggen: Typische Hürden und ihre Lösungen

Nicole schildert ihre ersten Jogging-Versuche mit Jaxon. Als sie aus dem normalen Gehen das Tempo erhöhte, sprang dieser wild an ihr hoch. Sie vermutet, dass er mit der neuen, dynamischen Situation überfordert war und nicht wusste, wie er reagieren sollte. Sami analysiert dieses Verhalten aus zwei Perspektiven: Einerseits kann das Hochspringen eine Reaktion auf die veränderte Körpersprache des Menschen sein. Wenn wir schneller werden, beugen wir uns oft nach vorne, was der Hund als Druck interpretieren und durch Gegendruck (Anspringen) beantworten kann. Andererseits kann es auch ein Ausdruck von aufgestauter Energie und Unsicherheit sein.

Als Lösung empfiehlt Sami, das unerwünschte Verhalten sofort zu unterbrechen und neu anzusetzen. Nicole hat genau das getan und das Training in Kleinstschritten wieder aufgenommen: nur wenige Meter joggen, dann wieder gehen. Zusätzlich baute sie bewusste Stopps ein, um Jaxons Frustrationstoleranz zu trainieren, wenn die erwartete Bewegung plötzlich ausbleibt.

Fahrradfahren mit Hund: Eine schrittweise Herangehensweise

Auch beim Fahrradfahren ist ein kleinschrittiger Aufbau entscheidend. Sami empfiehlt, den Hund zunächst an das Fahrrad als Objekt zu gewöhnen, indem man es auf einem Spaziergang einfach nur schiebt. So lernt der Hund, dass das Rad keine Bedrohung darstellt. Nicole berichtet, dass ihr Hund Jaxon dies völlig unspektakulär fand, erinnert sich aber, dass ihr anderer Hund Sherlock anfangs eher skeptisch war.

Eine Herausforderung beim Start ist die Instabilität des Fahrrads bei sehr langsamem Tempo. Sami erklärt, dass man eine Geschwindigkeit von etwa 7 km/h benötigt, um stabil zu fahren. Für den Anfang schlägt er vor, das Rad wie einen Roller zu benutzen: einen Fuß auf die Pedale stellen und sich für kurze Strecken abstoßen. So kann sich der Hund an die neue Fortbewegungsart gewöhnen, ohne dass der Mensch sofort die volle Kontrolle über ein wackeliges Rad haben muss. Sami weist außerdem darauf hin, dass ein Fahrrad mit aufrechter Sitzposition (wie ein Hollandrad) für den Anfang oft besser geeignet ist als ein Mountainbike oder Rennrad, da die vorgebeugte Haltung dem Hund bereits ein hohes Tempo signalisieren kann.

Sicherheit und Ausrüstung: Worauf Du achten solltest

Sicherheit ist beim Fahrradfahren mit Hund das A und O. Sami erwähnt einen oft unbekannten Fakt: Laut Straßenverkehrsordnung ist das Halten der Leine in der Hand beim Fahren eigentlich nicht vorgesehen; stattdessen wäre eine spezielle Halterung am Fahrrad erforderlich, die sich im Notfall löst. Unabhängig von der rechtlichen Lage betont er, wie wichtig die eigene Fahrsicherheit ist. Man sollte in der Lage sein, eine Vollbremsung zu machen und schnell vom Rad abspringen zu können - Fähigkeiten, die man am besten ohne Hund übt. Aus diesem Grund bevorzugt er Fahrräder mit tiefem Einstieg ("Damenräder"), da sie ein schnelles Absteigen erleichtern.

Sein eindringlichster Appell gilt dem Tragen eines Helms. Auch wenn man selbst ein sicherer Fahrer ist, können unvorhersehbare Reaktionen des Hundes oder äußere Einflüsse schnell zu Stürzen führen.

Die richtige Dosis: Belastung individuell anpassen

Nicht jeder Hund profitiert in gleichem Maße von intensiver Bewegung. Sami warnt davor, Hunde zu überfordern. Während eine Strecke von 5 bis 10 Kilometern für viele Hunde ein guter Anfang ist, sollte man immer die individuellen Grenzen, das Wetter und die Tagesform im Blick behalten. Er teilt eine persönliche Erfahrung mit seiner Hündin Frida: Als sie regelmäßig zweimal täglich eine längere Strecke am Rad lief, wurde sie zu Hause nicht ruhiger, sondern im Gegenteil viel reizbarer und empfindlicher gegenüber Alltagsreizen. Dies war ein klares Zeichen für mentale und körperliche Überlastung. Die Reduzierung der Bewegung führte zu einem ausgeglicheneren Verhalten. Das zeigt, dass es darauf ankommt, die richtige Balance zu finden und zu erkennen, wann weniger mehr ist.

Praktische Schritte für den Start

  1. Fundament legen: Stelle sicher, dass dein Hund entspannt und orientiert an lockerer Leine gehen kann, bevor du das Tempo erhöhst.
  2. Einstieg ins Joggen: Beginne mit sehr kurzen Intervallen, in denen du zwischen Gehen und langsamem Traben wechselst. Beobachte deine Körpersprache und bleibe möglichst aufrecht.
  3. Unerwünschtes Verhalten korrigieren: Springt dein Hund dich an, brich die Übung sofort ab, bringe Ruhe in die Situation und starte erneut.
  4. Fahrrad-Gewöhnung: Schiebe das Fahrrad zunächst nur auf gemeinsamen Spaziergängen, damit es für deinen Hund zu einem vertrauten Gegenstand wird.
  5. Die ersten Meter auf dem Rad: Nutze das Rad wie einen Tretroller, um ein Gefühl für das gemeinsame Tempo zu entwickeln, bevor du dich in den Sattel setzt.
  6. Sichere Umgebung wählen: Übe an einem Ort mit wenig Ablenkung, wo du und dein Hund euch ganz aufeinander konzentrieren könnt.
  7. Belastung steuern: Beginne mit kurzen Distanzen (5 - 10 km) und beobachte deinen Hund genau auf Anzeichen von Müdigkeit oder Stress. Passe die Aktivität an Wetterbedingungen und die Konstitution deines Hundes an.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Themen und Herausforderungen

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

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