Mantrailing: So wird dein Hund zum Spürnasen-Profi

In dieser Episode des Podcasts HundeRunde tauchen die Moderatorinnen Liza Gerlach und Mareike Klohr tief in die faszinierende Welt des Mantrailings ein. Hundecoach Liza erklärt, was hinter dieser anspruchsvollen Nasenarbeit steckt, wie sie funktioniert und warum sie eine wertvolle Beschäftigung für fast jedes Hund-Mensch-Team sein kann. Die Folge beleuchtet die wissenschaftlichen Grundlagen des Geruchssinns, den praktischen Aufbau des Trainings und die entscheidende Rolle des Vertrauens zwischen Mensch und Hund. Es geht um die zentrale Frage: Wie kann man Mantrailing als artgerechte und bindungsfördernde Aktivität nutzen, die den Hund sowohl körperlich als auch geistig voll auslastet?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Für fast jeden Hund geeignet: Mantrailing ist unabhängig von Rasse oder Alter eine hervorragende Beschäftigung. Liza betont, dass es besonders für ängstliche Hunde eine therapeutische Wirkung haben kann („Thera-Trailing“), da es ihnen hilft, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und Umweltreize auszublenden.
  • Vertrauen ist der Schlüssel: Der größte Lernprozess für den Menschen ist es, die Kontrolle abzugeben und der Nase des Hundes zu vertrauen. Der Hund führt, der Mensch folgt - ein wichtiger Rollenwechsel, der die Bindung stärkt.
  • Ein klares Startritual etabliert den Arbeitsmodus: Ein Wechsel vom Halsband (Alltag) zum Geschirr (Arbeit) in Kombination mit einem festen Kommando signalisiert dem Hund klar, dass die Suche beginnt. Dieses Ritual hilft dem Hund, sich zu fokussieren.
  • Klein anfangen für große Erfolge: Das Training beginnt mit sehr kurzen, einfachen Suchen (ca. 50 Meter), um dem Hund das Prinzip zu vermitteln und Erfolgserlebnisse zu garantieren. Die Schwierigkeit wird erst langsam und schrittweise gesteigert.
  • Die Superkraft der Hundenase: Hunde besitzen bis zu 220 Millionen Riechzellen (Mensch: ca. 5 Mio.) und können räumlich riechen („Stereo-Riechen“). Dies ermöglicht es ihnen, den einzigartigen „Individualduft“ eines Menschen selbst über Distanz und Zeit zu verfolgen.
  • Professionelle Anleitung ist unerlässlich: Liza rät dringend dazu, Mantrailing unter Anleitung eines erfahrenen Trainers zu beginnen. Nur so lernt man, die Körpersprache des Hundes richtig zu deuten und typische Anfängerfehler zu vermeiden.
  • Mantrailing ist Hochleistungssport: Die intensive Konzentration ist für den Hund extrem anstrengend. Trainingseinheiten sollten daher kurzgehalten werden, und der Hund benötigt ausreichend Pausen, um eine Überforderung zu vermeiden.

Was ist Mantrailing und für wen ist es geeignet?

Liza Gerlach erklärt zu Beginn die Definition: „Man“ steht für Mensch und „Trail“ für Spur. Beim Mantrailing folgt der Hund also der individuellen Geruchsspur einer ganz bestimmten Person. Anders als bei der Fährtensuche, wo Bodenverletzungen im Vordergrund stehen, orientiert sich der Hund hier am einzigartigen Duftgemisch eines Menschen, das aus Hautpartikeln, Schweiß und anderen persönlichen Gerüchen besteht. Laut Liza ist diese Form der Nasenarbeit grundsätzlich für jeden Hund geeignet, der körperlich fit ist und gerne seine Nase einsetzt. Auch Rassen mit kürzeren Nasen wie französische Bulldoggen können im Hobbybereich erfolgreich trailen. Besonders wertvoll sei Mantrailing für ängstliche oder unsichere Hunde. Durch die klare Aufgabe lernen sie, ihre Umwelt auszublenden und Selbstvertrauen zu gewinnen - ein Ansatz, der auch als „Thera-Trailing“ bezeichnet wird. Die Kombination aus konzentrierter Kopfarbeit und körperlicher Anstrengung macht es zu einer extrem effektiven Form der Auslastung.

Die Supernase des Hundes: Wie das Riechen funktioniert

Mareike und Liza gehen auf die beeindruckenden Fähigkeiten der Hundenase ein. Liza erläutert, dass etwa 10 % des Hundegehirns für die Verarbeitung von Gerüchen zuständig sind, während es beim Menschen nur 1 % ist. Ein Schäferhund verfügt über bis zu 220 Millionen Riechzellen, ein Mensch im Vergleich nur über rund 5 Millionen. Diese Ausstattung ermöglicht Hunden faszinierende Leistungen. Sie können laut Liza nicht nur mit jedem Nasenloch unabhängig voneinander riechen, sondern auch „Stereo-Riechen“ - also die Richtung und Entfernung einer Geruchsquelle präzise orten. Jeder Mensch hinterlässt einen einzigartigen „Individualduft“, eine Art olfaktorischen Fingerabdruck. Der Hund lernt, diesen spezifischen Duft von allen anderen Umgebungsgerüchen zu isolieren und ihm zu folgen.

Der richtige Aufbau: Die ersten Schritte im Mantrailing

Für den Einstieg empfiehlt Liza unbedingt den Besuch einer Hundeschule. Man benötigt eine dritte Person, die sich als „vermeintliches Opfer“ versteckt. Die Ausrüstung ist simpel: ein Halsband, ein gut sitzendes (Zug-)Geschirr, eine Schleppleine (ca. 3-5 Meter) und eine besonders schmackhafte Belohnung wie Fleischwurst oder Nassfutter. Der Ablauf folgt einem klaren Ritual: 

Zuerst wird dem Hund, der noch am Halsband geführt wird, ein Geruchsartikel der zu suchenden Person (z. B. ein getragenes T-Shirt in einer Tüte, um Kontamination zu vermeiden) an die Nase gehalten. Begleitet wird dies von einem Kommando wie „Riech mal!“. Danach wird die Leine vom Halsband auf das Geschirr umgesteckt. Dieses Umleinen ist für den Hund das Signal: „Jetzt beginnt die Arbeit.“ Mit einem Startkommando wie „Trail!“ oder „Such!“ wird der Hund auf die Spur geschickt. Die Aufgabe des Menschen ist es dann, dem Hund zu folgen und ihm voll zu vertrauen. Am Ziel angekommen, wird der Hund ausgiebig von der gefundenen Person belohnt, um eine positive Verknüpfung herzustellen.

Vom Anfänger zum Fortgeschrittenen: Steigerung und Herausforderungen

Wenn der Hund das Grundprinzip verstanden hat, wird das Training schrittweise anspruchsvoller. Liza beschreibt, wie zunächst eine klare „Anzeige“ trainiert wird: Der Hund soll am Ziel nicht nur ankommen, sondern beispielsweise durch ein ruhiges Hinsetzen signalisieren, dass er die Person gefunden hat. Spätere Steigerungen umfassen größere Distanzen, das Überqueren von Straßen, das Einbauen von Kurven oder sogenannte „Blind Trails“, bei denen der Hund nicht mehr sieht, wie die Person weggeht. Eine große Herausforderung für den Menschen ist es dabei, den Hund nicht unbewusst zu lenken oder falsch zu bestärken. Liza betont, dass während der Suche bewusst auf Lob verzichtet wird, damit der Hund lernt, eigenständig zu arbeiten und seinen Instinkten zu vertrauen.

Praktische Schritte für den Einstieg

  1. Einen qualifizierten Trainer finden: Suche dir eine Hundeschule, die Mantrailing professionell anbietet, um von Anfang an die richtige Technik zu lernen und deinen Hund korrekt zu lesen.
  2. Die richtige Ausrüstung besorgen: Du benötigst ein Halsband, ein gut sitzendes Geschirr (optimal ist ein Zuggeschirr), eine normale Leine und eine Schleppleine (ca. 3-5 m) sowie eine hochwertige Belohnung.
  3. Eine Trainingsgruppe organisieren: Mantrailing funktioniert nicht allein. Du brauchst mindestens eine weitere Person, die sich verstecken kann und den Hund am Ende belohnt.
  4. Einen sauberen Geruchsartikel vorbereiten: Die zu suchende Person gibt einen persönlichen Gegenstand (Socke, Handschuh) in einen verschließbaren Beutel, ohne dass andere ihn berühren.
  5. Das Startritual einüben: Führe immer den gleichen Ablauf durch: Hund am Halsband beruhigen, Geruchsprobe geben, Leine auf das Geschirr wechseln und dann das Startkommando geben.
  6. Dem Hund die Führung überlassen: Sobald die Suche beginnt, ist der Hund der Chef. Deine Aufgabe ist es, zu folgen, die Leine zu managen und nicht in die Arbeit des Hundes einzugreifen.
  7. Eine Party am Ziel feiern: Die gefundene Person belohnt den Hund sofort und ausgiebig. Der Erfolg muss sich für den Hund absolut lohnen.
  8. Geduldig bleiben und in kleinen Schritten denken: Beginne mit sehr kurzen und einfachen Trails, um Frust zu vermeiden und die Motivation deines Hundes hochzuhalten.

Petcaster
Zusammengefasst von Anja Schirwinski

Seit meine Hündin Frida mit fünf Monaten aus einem rumänischen Shelter zu mir kam, beschäftige ich mich intensiv mit Hundethemen - von Alltagstraining bis Verhaltensbesonderheiten. Viele der Fragen, die in Podcasts besprochen werden, kenne ich aus unserer gemeinsamen Erfahrung nur zu gut. Deshalb fasse ich hier die für mich interessantesten Podcastfolgen zusammen und ergänze sie mit meinen eigenen Erlebnissen mit Frida.

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Themen und Herausforderungen

Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI aus dem Transkript der Podcast-Episode generiert.

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